Das schnelle Sterben des ODP

Jahrelang galt das Open Directory Projekt (ODP), auch Dmoz genannt, als das Vorzeigeprojekt in Sachen Qualitätskatalog und war beispielgebend für die Zusammenarbeit unzähliger freiwilliger Internetuser. Führende Suchmaschinen griffen gerne auf den kontrollierten Datenstamm des ODP zurück, was wiederum sämtliche Webmaster und SEO magisch anzog. Wer es in den Dmoz-Katalog geschafft hatte konnte sich über einen durchaus wichtigen Link von einer Autoritätsseite erfreuen. Doch bereits seit geraumer Zeit röchelt das Projekt nur noch vor sich hin. Ein Opfer des Web 2.0 Zeitalters?

Vom Vorzeigeprojekt zur Bedeutungslosigkeit

Der Dmoz-Katalog war anfangs seiner Zeit weit voraus. Ausgesuchte freiwillige User kümmern sich um die Aufnahme neuer Webseiten und um die fortlaufende Datenpflege und garantierten somit eine gewisse Qualität des Kataloges.

Mit zunehmender Popularität kamen aber bereits schon die ersten Schwierigkeiten auf. Jeder Webmaster, welcher etwas auf seine Seiten hielt, versuchte seine Webseiten in den Dmoz-Katalog unterzubringen – eine fast schier unlösliche Aufgabe für die wenigen Editoren, zumal sich die Aufnahme von neuen Editoren enorm in die Länge zog. Wartezeiten von 1-2 Jahren für einen eventuellen Eintrag in das Verzeichnis waren keine Seltenheit.

In Zeiten von Web 2.0 und einer Verlinkungsstrategie in Echtzeit (Stichwort Pingback, Trackback) eine fast unzumutbare Entwicklung. Mit der Abschaffung der Status-Abfrage vor rund einem Jahr kamen schon erste Gerüchte über eine Auflösung des Open Directory Projekts (ODP) auf.

Den endgültigen Todesstoss für das einst grösste und bedeutendste Internetverzeichnis der Welt dürfte aber AOL mit dem Aufnahmestopp neuer Webseiten am 20. Oktober dieses Jahres bewirkt haben. Ein Projekt, welches nicht weiter gepflegt wird ist in der Regel Geschichte.

Starke Konkurrenz

Längst haben Web 2.0 Plattformen wie Technorati, del.icio.us, digg, Wikipedia und wie diese noch alle heissen, das Open-Directory-Projekt überholt. Sowohl von der Anzahl der User als auch von der Wichtigkeit für den einzelnen Webmaster.

Eines haben alle neuen Stars gemeinsam:
Interaktivität für den User, Bearbeitung der Daten in Echtzeit, Kontrolle durch die ganze Community.

Fragt sich nur, wo und wann haben die Betreiber des Open-Directory-Projekt die Zeichen der Zeit verkannt? Oder steckt doch ein Kalkül des Betreibers dahinter?

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3 Antworten zu “Das schnelle Sterben des ODP”

  1. Konrad

    Das Dmoz ist schon des längeren Tod.
    Seit Ewigkeiten konnten keine Anfragen mehr beantwortet werden auch war es so gut wie unmöglich als Editor aufgenommen zu werden.

  2. „Ausgesuchte freiwillige User“ genau das war das Problem von diesem Verzeichnis.

  3. tim

    Hallo zusammen
    Ja jetzt wird mir auch klar, warum ich ewig nichts von denen gehört habe. Vor zwei Jahren habe ich meine Seite, ein Anglerforum dort eingetragen und nie Antwort bekommen. Und so wies aussieht kommt dort auch nichts mehr.
    Allerdings finde ich bei genauem betrachten, dass Dmoz sowieso total überlaufen ist. Es befinden sich dort keine wichtigen Links, sondern so ziemlich alle Links. Für die Suche finde ich Dmoz total unbrauchbar.
    MfG
    Tim

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