WordPress statt CMS

In den letzten Monaten tendiere ich zunehmend stärker in die Richtung, statt aufgemotzte Content Management Systeme das recht simpel gestrickte Weblog-Script WordPress für meine Kunden einzusetzen. Dabei ist in erster Linie nicht unbedingt die Installationsroutine, sondern das Handling für den Kunden ausschlaggebend. Und der Einsatz eines Weblogs als CMS lohnt sich.

Wer wie ich jahrelang die verschiedensten Content Management Systeme wie Typo3, phpcms, phpwcms, etc. für seine Kunden installiert hat, wird wissen, dass der Schritt für eine Blogsystem anstatt eines CMS nicht unbedingt leicht fällt. Aber nach den ersten Projekten, welche vollständig mit WordPress verwirklicht wurden, zeigt sich, dass dieser Schritt sich auszahlt, insbesonders für den Kunden.

Warum Weblog satt CMS

Einer der Gründe für die Überlegung ein Weblog einzusetzen ist der relativ klar definierte Verwendungsbereich und der extrem schlanke Code.

Typo3 ist zwar vom Funktionsumfang kaum zu übertreffen, aber für 90 Prozent aller Webseiten eindeutig überladen. Ich kann nur den Kopf schütteln, wenn sich Webdesigner rühmen Typo3 als CMS einzusetzen, und dies auf Teufel komm raus auch für Klein- und Mittelwebseiten mit nur 100 Seiten oder weniger verwenden.

Das macht absolut keinen Sinn und ist reine Verschwendersucht.

Als selbständiger Webdesigner wird man zum grössten Teil eher für klein- und mittelgrosse Webseiten zuständig sein. Für diesen Klientenbereich wählte ich bis vor kurzem, je nach Bedarf, zwischen den Content Management Systemen phpCMS, phpwcms, Der Dirigent und CMSMS aus.

Im Prinzip sind alle für den Endkunden ähnlich zu bedienen und unterscheiden sich nur teilweise in der Funktionsumfang. Ein Problem haben aber all die oben erwähnten CMS (bis auf Typo3) gemeinsam. Sie besitzen eine relativ kleine Entwicklercommunity und werden oftmals nur von einen einzigen Hauptentwickler getragen.

Beispiel phpwcms
Als phpwcms von Oliver Georgi vor einigen Jahren als die „kleine Schwester“ von Typo3 angepriesen wurde, war dies einer der besten und schlankesten openSource Content Management Systeme im deutschsprachigen Raum. Allerdings konnte der Entwickler aus Zeitgründen sich nicht mehr so mit diesem Projekt beschäftigen und konnte sein Kind nicht in die Hände erfahrener Programmierer legen.

Das Ergebnis ist, dass phpwcms für heutige Begriffe veraltet ist, keinen brauchbaren XHTML Code produzieren (ohne im Core-Code herumzuspielen) kann, doppelten Content für Suchmaschinen produziert und äusserst umständlich für den Endkunden zu bedienen ist.

WordPress als CMS

Für kleine und mittelgrosse Webseiten reicht in der Regel WordPress vollkommen aus, ohne dass grosse Eingriffe in den Corecode notwendig wären. Dank der riesigen Fangemeinschaft gibt es eine Unzahl an Plugins und Erweiterungen, um die Funktionalität zu steigern.

Suchmaschinenfreundliche URLs, RSS, einfache Templateverwaltung, etc. gehören schon zum Standard.

Der grösste Gewinn zeigt sich beim Kunden. Kein Content Management System ist so schnell und einfach zu erlernen und zu bedienen, wie ein Weblogsystem.

Und das sollte auch schon ein ausschlaggebender Grund sein. Es liegt am Webdesigner selbst, was er daraus schafft.

3 Antworten zu “WordPress statt CMS”

  1. Das ist ein sehr schöner Artikel, der meine Meinung exakt wiederspiegelt, wobei ich von Fullsize-CMS immer erschlagen war, weil sie überladen sind und es nicht immer leicht ist, hinter die mächtige Struktur zu schauen, da Änderungen bis zum Quellcode (fast) immer nötig sind.

  2. Hallo Alexander, ich bin gerade auf diesen Beitrag gestoßen worden und muss Dir Recht geben – allerdings nur im Bezug zum Zeitpunkt, an dem Du das gepostet hast. phpwcms ist heute deutlich weiter als vor knapp 1,5 Jahren.

    Also schau es Dir einfach noch mal an – XHTML (fast durchgängig) möglich, Code Hacking eigentlich nicht nötig und ansonsten mächtig gewachsen, besser supported – und aus meiner Sicht immer noch relativ leichtgewichtig. Auch wenn ich noch immer der alleinige Entwickler bin, aber zeitlich wieder freier…

    Gruß, Oliver

  3. Hallo, ich beschäftige mich mit dem Thema WordPress CMS auch schon eine weile, und komme langsam zu Erkenntnis, das eine Website mit WP wohl die bessere Alternative, auch in Bezug xhtml, CSS und SEO ist. Da ich ja nun meine Website auf WP umgestellt habe, ist der Schritt ja nicht mehr so groß.

    Gruß TomTom