Retuschieren – Der Weg der kleinen Schritte

Gerade Anfänger sind oft leicht an der Funktionsvielfalt des Bildbearbeitungsprogrammes Photoshop überfordert und suchen oftmals verzweifelt die eine Funktion zum perfekten Retuschieren eines Bildes. Wer Profis über die Schultern schaut wird schnell draufkommen, dass es nicht den sogenannten 1-Klick Schritt zum Retuschieren gibt, sondern den Weg der kleinen Schritte. In unserem Beispiel versuchen wir das Augenweiss aufzuhellen.

Augenweiss
Rechts ist das unretuschierte Bild, links das Endergebnis. Als Werkzeug wurde nur der Abwedler verwendet.

Lieber softer als brutal

Wichtig bei solchen Retuschen ist, dass der Druck (im Photoshop als „Belichtung“ bezeichnet) nicht auf 100% steht sondern, sofern man nur mit der Maus arbeitet und nicht mit einem drucksensitiven Stift arbeitet, ein relativ leichter Druck eingestellt wird. Je nachdem wieviel man aufhellen muss hat sich ein Wert zwischen 10 und 30 Prozent als optimal erwiesen.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist, obwohl man das Augenweiss auf weiss aufhellen will, nicht den Bereich „Lichter“ auswählt, sondern die „Mitteltöne“. Werden „Lichter“ ausgewählt so reduziert der Abwedler sofort alle hellen Stellen auf null Prozent und das Auge wirkt fleckig. Im Druck sollte in den hellsten Stellen immer ein Tonwert von mindestens drei Prozent stehen bleiben.

Mit diesen paar Grundvoraussetzungen kann man eigentlich schon ans Werk gehen. Man führt nun den Abwedler so oft über die unschönen dunklen Stellen, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. In unserem Musterbeispiel kann man auch noch zusätzlich selektiv im Cyan und Gelbkanal das Augenweiss aufhellen, da dieser einen Grünstich hat.

Es können zum Schluss ohne weiteres leichte Anzeichen von Äderchen stehen bleiben, weil kein menschliches Auge reinweiss ist. Dies würde dann unnatürlich wirken.

Alternativen

Das schöne beim Photoshop ist, dass mehrere Wege zum Ziel führen. Als Alternative kann zum Beispiel um die betroffenen Stellen eine Auswahl gemacht werden (Lasso, Pfad, Maske) und mittels der Gradationskurve oder der Tonwertkurve abgesoftet werden.

Eine weitere Methode wäre z.B: das Augenweiss in eine neue Ebene zu kopieren und die Füllmethode auf „umgekehrt multiplizieren“ zu stellen.

Fazit

Ein jeder Retuscheur hat seine eigene liebste Arbeitsweise. In diesem Fall ist meiner der Abwedler, da man hier sehr gezielt eingreifen kann.

3 Antworten zu “Retuschieren – Der Weg der kleinen Schritte”

  1. Danke für die Erklärung! Endlich hat sich mal wieder die ein oder andere „Vermutung“ als richtig herausgestellt!
    Das mit den Einzelkanälen muß ich mir unbedingt mal merken und ausprobieren!

    Grüße, Sophie

  2. janine

    ja und wo kann man das jetzt downloaden?

  3. @janine

    Was willst du denn hier downloaden. Ist doch nur ein Tutorial, sprich eine Erklärung, und da steht alles weitere oben 😉

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